Ivanovska, Biljana and Xhaferri, Gzim (2026) Höflichkeitsstrategien und pragmatische Kompetenz: Eine Studie zur akademischen Kommunikation mazedonischer Studierender. In: Internationale Konferenz des Germanistenverbandes der Tschechischen Republik "(Kreuz)Wege der LInguistik", 27.-30.05.2026, Usti nad Labem, Czech Republic. (Submitted)
Internationale Konferenz des Germanistenverbandes der Tschechischen Republik.pdf
Download (404kB)
Abstract
Abstract
Diese Studie untersucht, wie mazedonische Universitätsstudierende Höflichkeitsstrategien in
der akademischen Kommunikation einsetzen und dabei Sprache, kulturelle Normen und
pragmatische Kompetenz berücksichtigen. Auf Grundlage von Brown und Levinsons (1987)
Höflichkeitstheorie – insbesondere den Konzepten des positiven und negativen Gesichts –
wird analysiert, wie Studierende mit gesichtsbedrohenden Akten wie Bitten,
Meinungsverschiedenheiten und Feedback umgehen. Der theoretische Rahmen wird durch
Ansätze der interkulturellen Pragmatik (Scollon & Scollon, 2001; Spencer-Oatey, 2008)
sowie durch kontextualisierte Höflichkeitsansätze (Lakoff, 1973; Watts, 2003) ergänzt.
Die Untersuchung wurde in Nordmazedonien, einem mehrsprachigen und multiethnischen
Kontext, durchgeführt, in dem das Mazedonische als Mehrheits- und Unterrichtssprache
neben Albanisch, Türkisch sowie Fremdsprachen wie Englisch und Deutsch fungiert.
Pragmatikerwerb bedeutet hier mehr als sprachliche Korrektheit: Er verlangt die Fähigkeit,
sich an unterschiedliche kulturelle Erwartungen, soziale Rollen und Machtverhältnisse
anzupassen.
Mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes wurden Daten von 60 Studierenden zweier
öffentlicher Universitäten erhoben. Ein Fragebogen erfasste Einstellungen und
Verhaltensweisen zu Höflichkeit, Direktheit und akademischen Interaktionen, ergänzt durch
offene Fragen zu persönlichen Erfahrungen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende ein ausgeprägtes Bewusstsein für
Höflichkeitsnormen besitzen und ihre Sprache je nach Adressat variieren. Sie bemühen sich
um respektvolle Kommunikation, insbesondere bei Feedback und Widerspruch, wobei häufig
Abschwächungsstrategien und Indirektheit genutzt werden. Zugleich werden
Herausforderungen sichtbar: Übermäßige Indirektheit kann Missverständnisse erzeugen,
während Direktheit teilweise als unhöflich gilt. Dies verdeutlicht den Balanceakt zwischen
sozialer Harmonie und Klarheit.
Die Studie betont die Bedeutung formeller Anrede, respektvollen Tons und kultureller
Prägungen für Kommunikationsstile. Sie legt nahe, dass explizite pragmatische Instruktion in
Curricula notwendig ist, um Studierende auf interkulturelle akademische Kommunikation
vorzubereiten.
Schlagwörter: pragmatische Kompetenz, Höflichkeitsstrategien, interkulturelle Pragmatik,
akademischer Diskurs
| Item Type: | Conference or Workshop Item (Lecture) |
|---|---|
| Subjects: | Humanities > Languages and literature |
| Divisions: | Faculty of Philology |
| Depositing User: | Biljana Ivanovska |
| Date Deposited: | 09 Jun 2026 11:07 |
| Last Modified: | 09 Jun 2026 11:07 |
| URI: | https://eprints.ugd.edu.mk/id/eprint/38475 |
